FAQ - Sportpsychologie für den Leistungssport

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Sportpsychologie für den Leistungssport:

  • Welche Institutionen und Einrichtungen sind in Deutschland für die Belange und Förderung der wissenschaftlichen sportpsychologischen Unterstützung des Spitzensports und Nachwuchsleistungssports zuständig?
  • Was sind die Aufgaben und Ziele der angewandten Sportpsychologie für den Leistungssport?
  • Wo liegen die Einsatzgebiete der wissenschaftlichen Unterstützung der Sportpsychologie für den deutschen Leistungssport?
  • Wer sind die Zielgruppen?
  • Über wen erfolgt die Forschung, die praktische Betreuungsarbeit sowie Wissensvermittlung in die Verbandsstrukturen bzw. der Traineraus- und Fortbildung?

Einsatzgebiete und Fördereinrichtungen

Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete der angewandten Sportpsychologie für den deutschen Leistungssport umfassen die Bereiche der Forschung, Betreuung / Beratungund Trainerausbildung.

Fördereinrichtungen in Forschung - Betreuung - Lehre

Sportpsychologische Betreuungsmaßnahmen werden für Kaderangehörige über das BISp, dem DOSB  als auch bei den Olympiastützpunkten (OSP’e) gefördert.

Die sportpsychologische Aus- und Fortbildung für Trainerinnen und Trainer findet überwiegend bei den jeweiligen Landes- und Spitzenverbänden und an der Trainerakademie Köln statt.

Die Abbildung gibt einen Überblick über die Einsatzgebiete der angewandten Sportpsychologie im Leistungssport und über die Einrichtungen, an denen die sportpsychologische Arbeit entweder erfolgt oder finanziell gefördert wird.

Aufgaben und Ziele der Sportpsychologie für den Leistungssport

Was kann die angewandte Sportpsychologie leisten für den Leistungssport?

Angewandte Sportpsychologie für den Leistungssport findet in Deutschland über Forschung, Lehre und Betreuung statt. Dabei dienen wissenschaftlich fundierte sportpsychologische Erkenntnisse und Trainingsverfahren aus der Forschung als "Werkzeuge" sowohl für die praktische sportpsychologische Betreuungsarbeit im Leistungssport als auch zur Optimierung der Trainer-Fachkompetenzen im Rahmen der Trainerausbildung.

Mit Hilfe dieser wissenschaftlichen Unterstützungsleistungen soll zu einer bestmöglichen Förderung der individuellen Leistungsentwicklung von deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungsathletinnen und -athleten beigetragen werden.

Insgesamt zeichnet sich die angewandte Sportpsychologie durch zahlreiche Kernaufgaben im Bereich der Forschung, Betreuung und Lehre aus:

Sportpsychologische Forschung im Leistungssport zur...

  • Bereitstellung wissenschaftlich fundierter sportpsychologischer Diagnose-, Trainingsverfahren und -methoden zur Förderung der Handlungskompetenz
  • (Weiter)Entwicklung innovativer Ansätze zur Überprüfung der Einsatzmöglichkeiten neuer Theorien, Methoden und Verfahren zur Optimierung der sportlichen Leistung über sportpsychologische Maßnahmen

Sportpsychologische Beratung und Betreuung im Leistungssportzur...

  • Optimierung der psychischen Leistungsvoraussetzungen zum Abruf der Leistungspotenziale der Sportler und Sportlerinnen in Trainings- und Wettkampfsituationen
  • Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung von Sportlern und Sportlerinnen sowie Trainern und Trainerinnen
  • Unterstützung in der Rehabilitation bei Sportverletzungen
  • Erhaltung und Wiederherstellung psychischer Gesundheit von Sportlern und Sportlerinnen sowie Trainern und Trainerinnen (link zu Mentalgestärkt)
  • Optimierung individueller Handlungskompetenz von Athleten und Trainern
  • Optimierung der Beziehungen der Sporttreibenden untereinander und zu ihrem sozialen Umfeld
  • Optimierung der Organisationsstrukturen und -abläufe im Sport

Sportpsychologische Lehre in der Trainerausbildung zur...

  • Optimierung der Trainer-Handlungskompetenz
  • Informationsvermittlung zur Verbreitung und gezielten Nutzung von aktuellen sportpsychologischen Ansätzen und Trainingsmitteln für den eigenen Trainingsbetrieb

Zielgruppen

Sportpsychologische Forschungs- und Betreuungsmaßnahmen sind für ganz unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen von hoher Relevanz. Für viele Jahre lag der Fokus in der Forschung, Betreuung und Ausbildung ausschließlich auf der Zielgruppe der Sportler und Sportlerinnen. In den letzten Jahren sind erfreulicherweise vielfältige sportpsychologische Forschungsaktivitäten, Betreuungs- und Beratungsmaßnahmen verstärkt auch für Trainerinnen bzw. Trainer und Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterinnen zu erkennen. Diese Angebotsausweitung wird auch von der Sportpraxis gefordert und nachgefragt. 

Zudem schließen die vielfältigen sportpsychologischen Forschungs- und Betreuungsaktivitäten nicht nur den Seniorenbereich sondern auch den Nachwuchsbereich mit ein. Die Sportpraxis und wissenschaftlichen Expertinnen und Experten sind sich darüber einig, dass sportpsychologische Maßnahmen möglichst frühzeitig, langfristig und systematisch im Nachwuchsbereich bis hin zum Seniorenalter in der Trainings- und Wettkampfsteuerung verankert werden müssen.

Aus diesem Grund werden beim BISp im Bereich Psychologie neben seinen praxisrelevanten Forschungsprojekten verstärkt langfristig angelegte systematische sportpsychologische Betreuungskonzepte im Nachwuchsbereich bis hin zum Seniorenbereich gefördert. Dabei wird schon bei der Projektplanung eine intensive Zusammenarbeit der Verbände mit den sportpsychologischen Experten bzw. Expertinnen bei der Erstellung sportpsychologischer Betreuungskonzeptionen als notwendige Voraussetzung für die Förderung von Projektanträgen angesehen (vgl. BISp-Ratgeber Projektförderung, 2009, Anhang VI).

Sämtliche sportpsychologische Forschungs- und Betreuungsleistungen schließen dabei die oben aufgeführten Personengruppenmit und ohne Behinderungen ein.

Expert:innen im Einsatz

Über wen erfolgt die sportpsychologische Forschung, die praktische Betreuungsarbeit sowie Wissensvermittlung in die Verbandsstrukturen bzw. der Traineraus- und Fortbildung?

Sportpsychologische Forschung

Zur wissenschaftlichen Unterstützung des deutschen Leistungssports gibt es vielfältige Forschungsaktivitäten. Im Bereich der Sportpsychologie sind Forschungsprojekte an den universitären und außeruniversitären Einrichtungen in der Regel an den sportwissenschaftlichen Fakultäten und den dazugehörigen sportpsychologischen Arbeitsbereichen / Instituten und deren Personal angesiedelt. Aufgrund des notwendigen Praxisbezugs für die anwendungsorientierten Themenstellungen arbeiten viele WissenschaftlerInnen eng mit den Sportverbänden zusammen. Auch der Transfer der Forschungserkenntnisse - inklusive der Durchführung sportpsychologischer Betreuungsmaßnahmen in der Sportpraxis - erfolgt häufig durch die gleichen wissenschaftlichen ExpertInnen.

Sportpsychologische Betreuung und Beratung

Neben diesem Personenkreis an den universitären und außeruniversitären Einrichtungen erfolgt die psychologische Betreuungsarbeit über freiberufliche selbständig tätige sportpsychologische ExpertInnen. Zur Qualitätssicherung der sportpsychologischen Beratungs- und Betreuungsarbeit müssen in der Praxis des leistungsorientierten Sports tätigen sportpsychologischen Fachleute strenge Kriterien erfüllen, die in der Rubrik "Qualitätssicherung der sportpsychologischen Betreuung im Leistungssport" nachzulesen sind.

Strukturelle Rahmenbedingungen der Sportpsychologie im Leistungssport

Wer ist eigentlich für die strukturelle, inhaltlich-fachliche und finanzielle Ausrichtung und Weiterentwicklung der Sportpsychologie und seiner Angebote für den Spitzen- und Nachwuchsleistungssport in Deutschland zuständig?

Hier stehen drei Institutionen im Vordergrund, die Anfang 2002 zur Bündelung der Ressourcen und gemeinsamen Entwicklung und Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen der Sportpsychologie im deutschen Leistungssport einen Interessenverbund geschlossen haben: die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie e.V. (asp), das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB).

Über unsere gemeinsamen Anstrengungen sind in den letzten Jahren vielfältige strukturelle, finanzielle und inhaltlich-fachliche Maßnahmen zur Optimierung der angewandten Sportpsychologie initiiert und durchgesetzt worden. Im Einzelnen gehören u.a. dazu:

  • Entwicklung und Umsetzung umfangreicher Ausbildungs- und Fortbildungsverpflichtungen in Theorie und Praxis sowie von Richtlinien zur fachlichen Qualitätssicherung der praktisch psychologischen Arbeit im leistungsorientierten Sport
  • Konsequente Förderung einer praxisnahen sportpsychologischen Schwerpunktforschung und von Beratungs- und Betreuungsmaßnahmen für den Leistungssport über das BISp
  • Zur Verfügung Stellung einer Online-Expertendatenbank mit qualifizierten in der Sportpraxis tätigen sportpsychologischen ExpertInnen
  • Verbandsregelung und Finanzierung psychologischer Beratung / Betreuung im Leistungssport über Bundesmittel